Blätter fallen auf meinen Kopf, so das ich erschreckt zurückweiche.

Es wird kälter, ich drehe die Heizung wieder auf.

Es ist morgens dunkel wenn ich aufstehe und es dämmert, wenn ich abends nach Hause fahre.

Mein sowieso schon besorgniserregnender Teekonsum steigt (neue Sorten: Pfefferminz und Fenchel).

Die Dinge verlangsamen sich.

Herbstkinder mögen das.

pampern –

eine Praktikantin am ersten Tag mit Arbeit versorgen, damit man einen Termin wahrnehmen kann.

1.  Ich beobachte gern Menschen.
2.  Und denke mir Geschichten zu Ihnen aus.
3.  Ich esse gern, manchmal auch zuviel.
4.  Dann schäme ich mich und nehme mir vor, öfter zum Sport zu gehen.
5.  Was ich manchmal im Netz aufstöbere, verunsichert mich zutiefst.
6.  Ich kann alle alten U2-Songs auswändig.
7.  Irgendwo verstecke ich 2 Balkanton-Platten von Modern Talking.
8.  Insgeheim finde ich Heiraten irre romantisch.
9.  Mittlerweile gebe ich das sogar zu.
10. Manchmal schwindele ich am Telefon, weil ich vergessen habe anzurufen.
11. Herr Grönemeyer hat mir mal mit einem verschwitzten Shirt zugewunken.
12. Bei der Lidl-Werbung kommen mir die Tränen.
13. Ich träume oft das ich vergesse, wie Atmen geht.
14. Als Kind wollte ich Erfinderin werden.
15. Oder doch zumindest Schrifstellerin.
16. Mein erstes Buch wird bald gedruckt.
17. Ich kann mich total in Rage reden.
18. Manchmal bin ich grundlos traurig.
19. Ich habe eine schlimme Schwäche für Earl Grey Tee.
20. Meine Lieblingsstädte sind Dublin, Wien, Budapest und München.
21. In den 80zigern hatte ich eine Dauerwelle.
22. Ich warte immer auf das Möööp am Ende seines Telefonats.
23. Ich habe einen starken Gerechtigkeitssinn.
24. Dadurch bin ich schon in sehr peinliche Situationen geraten.
25. Früher habe ich Schlagzeug gespielt.
26. Aber wahrscheinlich nur, um Larry Mullen Jnr. näher zu sein.
27. Manchmal bin ich verzweifelt wegen meinen Ohren.
28. Das andere Sinne dafür geschärft sind, mag ich.
29. Ich war einmal Mitglied in einem nordhessischen Schützenverein.
30. Ich habe keine Angst vor Spinnen.
31. Mit Vögeln dagegen, kann man mich jagen.
32. Ich bin eine treue Seele.
33. Trotzdem fand ich mich mehrmals in Dreiecksverhältnissen wieder.
34. In meinem Abizeugnis hatte ich ein Fünf in Mathmatik.
35. Ich kann mir keine Gruselfilme allein anschauen.
36. Ich kann auch kein Blut sehen.
37. Trotzdem bin ich Ersthelferin.
38. Ich mag Feuerwehrmänner.
39. Ich lese nur noch selten Bücher.
40. Früher habe ich jede Woche mindestens eins gelesen.
41. Ich komme zu selten dazu alte Freunde anzurufen.
42. Denke aber oft an Sie.
43. Pflanzen gehen regelmäßig ein bei mir.
44. Ich verlege ständig meine Ladekabel.
45. Meine Schlüssel habe ich noch nie verloren.
46. Ich brauche unbedingt 8 Stunden Schlaf.
47. Nudeln mit Tomatensoße sind mein Lieblingsessen.
48. Ich glaube, das grüne Sachen gut zu meinen Augen passen.
49. Ich bin neugierig.
50. Und ich bin mutig.

50 Wahrheiten reloaded
50 Wahrheiten bei Mia Niemand

Man ist nicht objektiv, wenn man zu einer „Minderheit“ gehört. Man kann vielleicht auch nicht klar denken, wenn man sich angegriffen fühlt. Wenn Menschen, die man gut kennt und schätzt, einfach so über einen Kamm geschoren werden, über sie gelacht und mit dem Finger auf sie gezeigt wird. Born in G.D.R. Das werde ich nie verhehlen. Es ist keine Auszeichnung, keine Errungenschaft, aber auch nichts, für was ich mich schäme.

Ich gebe zu, ich gerate in Verzückung, wenn ich im Kaufland „Tempolinsen“ oder „Bambina-Kokos“ entdecke. Ostalgisch? Vielleicht ein wenig. Weil es nicht so einfach war, über Nacht eine ganz neue Identität anzunehmen. Weil auf einmal alles falsch schien, was vorher kaum in Frage gestellt wurde. Wie auch, von einer unreifen 13-jährigen.

Ich bin heilfroh, das alles so gekommen ist, wie es ist, ich hätte niemals den Beruf lernen können, der mir heute soviel bedeutet und hätte weniges von dem, was mir heute selbstverständlich ist, erleben können. Trotzdem war es ein gewaltsamer Schubs, ein großer Stolperer in eine komplett neue Welt und viele haben diesen Schluckauf nie ganz wegstecken können.

Warum zeigt man dann jetzt mit Fingern auf Alte, die unpolitisch geworden sind, weil sie erfahren mußten, das Idealismus nichts zählt und die resigniert haben, bei aussterbenden Städten und Perspektivlosigkeit.

Warum zetert man, über die Doofheit der jungen Sachsen und Thüringer, weil dort die NPD Stimmen gekriegt hat. Natürlich ist das  besorgniserregend, aber müßte man sich nicht fragen WIESO?, Könnte es nicht ein ohnmächtiges Protestwählen sein, weil man sich alleingelassen fühlt und händeringend nach Sündenböcken sucht, weil man sich sein eigenes Scheitern nicht erklären kann?

Niemand sollte Rechts wählen, aber dieses erhabene „Dududu“ mit erhobenen Zeigefinger kotzt mich an. Alles hat zwei Seiten.

Nun ist die Tür zu.

Etwas verloren sitze ich am Küchentisch, irgendwie vergessen worden, irgendwie unrund mit diesem Sonntagsbauchgefühl.

Der Tag ist schon zu dreivierteln abgehaun, zuwenig Enthusiasmus übrig um den Rest noch sinnvoll zu füllen?

Das Studio freut sich über eine weitere Karteileiche, das Manuskript jammert über fehlende Glossareinträge, das Wohnzimmer bleibt lieber zu, hinter aussortierten Klamottenbergen, die Sonne strengt sich umsonst an.

Fühle mich wie eine verlogene Hutzelzwergin in der Rüstung einer Jeanne de Arc, die tapfer und anmutig rastlos durch die Felder streift.

Vielleicht ist das so an Sonntagen und geht gleich vorbei?

opaomaOpa Siegfried 16.03.1924 – 04.08.2009

…hier schnell ein Beweisfoto. Gestern war ich beim 2. Osthafenfest in Frankfurt unterwegs. War wirklich schön da und trocken ist es auch geblieben.

Ein lauer Sommerabend mit mehreren Bühnen (ein Herr mühte sich ab, so sexy wie Billy Idol zu klingen- hat fast geklappt), einer riesigen Kinoleinwand (es wurden vor allem Kurzfilme der HfG Offenbach gezeigt, aber auch ein herrlicher Film über Wolfsmänner, ich wollte es ja nie glauben, aber jaja Mann sein ist irre schwer…)und -ganz wichtig- tausenden von Fressständen.

Ich habe mir das ja, wie beim Onlineshopping auch, angewöhnt, auch mit dem „Fast-konsumieren“ (also in den Warenkorb packen und kurz vor dem „Absendeknopf“ schnell die Seite wechseln) in diesem Fall also vom „gucken und schnuppern“ halbwegs zufrieden zu sein.

Gegessen habe ich natürlich schon was, nämlich die phänomenale Curry-Worscht von Best Worscht in Town-Snack Point. Vorbeigegangen bin ich dafür am Crepestand, dem selbstgemachte Kartoffelchipsstand (die Kartoffeln wurden mit einer Bohrmaschine zu Girlanden gedrechselt und frisch frittiert), dem Eisstand und dem „Heiße-Mandeln-Stand“.

Obwohl, das ist jetzt so ein kleines bissel gelogen, denn dort hab ich doch was gekooft, nämlich Pfefferminzbruch. Eine Erinnerung an meine Kindheit, kennt man hier im „Westen“ glaub ich nicht so. Aber das war wirklich meine liebste Lieblingssüßigkeit. Mein Vater hatte mich angefixt, der war nämlich jahrelang schwer abhängig von Pfeffi. Meine Einstiegsdroge waren Mintkissen. Endgültig verloren war ich bei den pink-weißen Pfefferminzblöcken. Süßigkeiten waren teuer früher, außer der erschwinglichen Schlager Süßtafel (80 Pf) gabs dann eben noch diese Pfefferminzstangen mjammi!

Doch jahrelang war ich stark (bis auf die kleinen Schokolinsenausrutscher), denn man sieht es ja selten im normalen Konsum an der Ecke. Doch gestern lachte mich so ein Block mal wieder an…hach, ich konnte nicht widerstehen. Was soll ich sagen, pritschepratscheekligsüß, aber nach ein, zwei Stücken gewönt man sich wieder dran. Nun ist die Hälfte schon weg und ich überlege es wegzuwerfen, denn sonst krieg ich den heute noch klein…

pinkweiß