…ist so eine Redensart, die man so dahinsagt und gar nicht weiter darüber nachdenkt. „Hmmm, das ist eine schwierige Entscheidung, ich würde auf meine Bauch hören“: sagt man vielleicht zu jemanden, der sich unsicher ist, ob er das verlockende Angebot annehmen soll.

Will sagen, höre mal in dich rein, auf deine innere Stimme, tue was dein Gefühl dir sagt. Nur seinem Gefühl vertrauen, wäre sicher zu einseitig, dafür fliegt man ja in regelmäßigen Abständen auf die Fresse, damit man auch mal seinen Verstand einschaltet. Immer nur rational entscheiden, kann aber auch eine ziemliche Sackgasse auftun.

Denn in der ganzen Hetze, dem Termindruck und der Verantwortung, die man als Mittdreißiger im immer größer werdenden Vernunftsäckel mit sich herumschleppt, hat die innere Bauchstimme ganz leise werden lassen. Man hört sie nur noch, wenn man ganz still wird, zur Ruhe kommt und sich täglich Zeit nimmt zu fragen: Ist das gerade wirklich zu meinem Wohl, oder erfülle ich nur Forderungen, ohne Rücksicht auf meine Verluste, weil ich Angst habe, das man mich nicht mehr mögen oder nicht mehr schätzen könnte?

Denn wenn man das vergißt, dann sitzt man irgendwann mit Zwieback und Pfefferminztee in der Küche und überlegt, ob man sich im Hochsommer nicht doch eine Wärmeflasche machen sollte.

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